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Wachstumspotenzial für Firmen: Wie funktioniert Nearshoring?

Nearshoring ist ein Begriff, welcher in Europa beinahe gänzlich unbekannt ist. Dagegen ist das Offshoring in aller Munde und hiermit hat das Nearshoring durchaus auch etwas zu tun, denn es ist eine Unterart dessen. Hierin steckt viel Potenzial, welche die Firmen für ein Wachstum des eigenen Unternehmens nutzen könnten.

Was ist Nearshoring?

Offshoring ist ein Prinzip, wodurch unternehmerische Prozesse und Funktionen, wie beispielsweise der Kundensupport oder die Produktion ausgelagert wird. Dies wird jedoch nicht innerhalb eines Landes gemacht, sondern weltweit. Der Kundensupport für Kunden aus Deutschland kann zum Beispiel auch durch deutschsprachige Telefonisten in Albanien übernommen werden, dieses Modell verfolgen sogar internationale Großkonzerne.

Für Unternehmen ist dies aus mehreren Gründen äußerst interessant:

  • Durch andere gesetzliche Vorgaben im jeweiligen Land entstehen Vorteile, wie beispielsweise niedrigere steuerliche Belastung oder weniger strenge Auflagen in Bezug auf Produktion oder Nachtruhe.
  • Unter Umständen mehr qualifiziertes Personal aufgrund besserem Ausbildungsniveau in einzelnen Sektoren oder besseres Know-how.
  • Mehr Einnahmen durch das durchschnittlich geringere Lohnniveau.
  • Transportkosten könnten reduziert werden.

Einige Dinge, gerade in Bezug auf strenge Richtlinien für Arbeitnehmer ist das Nearshoring oder Offshoring jedoch auch moralisch bedenklich. Als Unternehmen kann aber dafür gesorgt werden, dass zum Beispiel die Arbeitssicherheit erhöht wird. Insbesondere bei großen Aufträgen sind Firmen aus diesen Drittländern hierzu bereit.

Wie funktioniert Nearshoring?

Nearshoring Anbieter gibt es für jede Branche, jedoch ist das Prinzip stets identisch. In der IT wird dies häufig genutzt, um zum Beispiel Software-Anwendungen kostengünstig entwickeln zu lassen, wodurch auch niedrigere monatliche Kosten für die Wartung entstehen. Über eine Software-Firma in Deutschland wird ein höheres Budget vorausgesetzt und damit unter Umständen auch ein Investor.

Im Nearshoring geht es aber auch darum, dass die jeweiligen Entwickler nicht allzu weit ihren Sitz haben. Für IT-Dienstleistungen ist daher Polen sehr gefragt, denn hier sitzen auch sehr gut ausgebildete Programmierer – die meisten hiervon besitzen auch einen Hochschulabschluss.

Zudem gibt es auch keine Sprachbarriere, denn jeder von diesen Entwicklern spricht Englisch und sollte jemand aus dem eigenen Team polnisch sprechen, ist dies umso besser. Insbesondere Kunden aus den USA und Westeuropa greifen gerne auf Entwickler und Designer aus Polen zurück.

Wie wird der richtige Partner ermittelt?

Es ist an sich gar nicht so einfach, einen richtigen Partner zu ermitteln für einen schnellen und sorgfältigen Projekterfolg. Daher haben sich hierfür auch Agenturen entwickelt, welche auch die Fähigkeiten der jeweiligen Person getestet haben. Insgesamt sollte stets auf folgende Faktoren des Nearshoring-Partners geachtet werden:

  • Technologien, Kompetenzen und Erfahrungen (eventuelle Referenzen?)
  • Deren Kooperations- und Abwicklungsmodell
  • Größe des Unternehmens (wie viele Experten stehen zur Verfügung?)
  • Technologische Möglichkeiten (Künstliche Intelligenz, …)
  • Sicherheit und Zertifizierung von Akademien und ähnliches

Ebenfalls sehr wichtig ist aber auch die Zuverlässigkeit. Entwickler oder Designer aus Osteuropa haben eine andere Kultur als Personen aus dem Balkan. Hier könnte es sein, dass es eher zu Problemen mit den Deadlines kommt. Die Arbeitsmoral muss entsprechend hoch sein und diese Entwickler zu finden, ist keine einfache Aufgabe. In der Theorie klingt Nearshoring wie eine Chance, aber das ist es nur, wenn auch tatsächlich ein starker Partner hierfür gefunden wird.

Johannes
 

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