Cortana deaktivieren – Privat und im Unternehmen

In Unternehmen möchte man die Datenerfassung von Microsoft so weit einschränken wie möglich. Microsoft geht mit dem Trend der anderen Softwarehersteller und hat in das neue Betriebssystem Windows 10 den Microsoft Sprachassistent Cortana integriert. Für Privatanwender ist das eine schöne Sache, meiner Meinung nach aber eher eine Spielerei. Für den Unternehmenseinsatz ist das allerdings nicht gerne gesehen. Erstens würde es die Kollegen stören, wenn jeder mit seinem Computer spricht. Außerdem ist es auch ein Datenschutz-Problem. Für die meisten Unternehmen ist das Windows 10 Cortana deaktivieren ein wichtiger Punkt. Wie man das Feature abschalten kann zeigen wir euch natürlich.

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Was ist Cortana überhaupt ?

Windows 10 Cortana ist ein Sprachassistent von Microsoft, welcher in das Betriebssystem Windows 10 integriert ist. Die Software ist ähnlich wie Apples Siri, Amazon Alexa oder Google Now. Er vereinfacht die Bedienung, da man Befehle oder Fragen wie zum Beispiel “Wie wird das Wetter morgen?” einfach sprechen kann und eine Antwort bekommt. Für viele Privatanwender ist das schön, ich persönlich nutze dies eher weniger. Eigentlich gar nicht. Auch Unternehmen wollen diese Funktion oft abschalten, da man nicht weiß wie sehr Microsoft hier die Daten sammelt.

 

Warum sollte man in Windows 10 Cortana abschalten ?

In Unternehmensnetzwerken wollen viele Administratoren die Sprachsteuerung abschalten. Das hat viele Hintergründe. Zum einen steht der Datenschutz in Unternehmen und Firmen im Vordergrund, andererseits würden sich die Kollegen gestört fühlen, wenn jeder mit dem Computer spricht. Das ist eher ablenkend als produktiv. Also muss man unbedingt Microsoft Cortana deaktivieren, beziehungsweise abschalten.

Gründe hierfür könnten sein:

  1. Der User vor dem PC wird eventuell gestört oder abgelenkt
  2. Angst vor Datenschutz
  3. Sprachsteuerung wird als “Spielzeug” betrachtet

Wahrscheinlich gibt es noch weitere Gründe Cortana abschalten zu lassen, aber das sind wahrscheinlich die, die am Öftesten zutreffen.

 

Cortana deaktivieren im privaten Gebrauch

Der Sprachassistent kann auch im privaten Bereich ganz einfach abgeschaltet werden, wenn man ihn nicht mehr benutzen möchte. Dies kann ganz einfach über die Taskleiste geschehen. Hier kann Cortana übrigens auch aktiviert werden. Aber nun zur Vorgehensweise.

  1. In der Taskleiste von Windows auf das Suchfeld klicken
  2. Auf das Notizbuchsymbol klicken / auf die drei Punkte “…”
  3. Danach Einstellungen öffnen
  4. Hier gibt es einen Eintrag “Cortana kann Vorschläge, Ideen, Erinnerungen, Warnungen und vieles mehr anbieten
    Dieser Schieberegler muss AUS gestellt werden.

Außerdem kann man an dieser Stelle auch die Daten löschen lassen, welche der Assistent bereits gesammelt hat.

 

Cortana deaktivieren in Unternehmen

Vor allem Firmen und Unternehmen haben die Vorgabe den Assistenten deaktivieren zu lassen. Vor allem das Sammeln von Daten bringt diese Vorgabe. Man weiß nicht genau welche Daten an Microsoft gesendet werden. Um nun Cortana abschalten zu können, hat man die Möglichkeit mit Gruppenrichtlinien / GPO zu arbeiten, oder die Einstellungen auch in der Windows Registry zu setzen. Ich selbst bevorzuge die Verwendung von Gruppenrichtlinien, da diese GPO Einstellungen am Besten in die Windows Umgebung integriert sind und einfach zum Verwalten sind.

 

Gruppenrichtlinie / GPO

Um Microsoft Cortana blockieren, beziehungsweise Cortana deaktivieren zu können in Windows 10 benutzt man in Unternehmensnetzwerken am Besten eine Active Directory Gruppenrichtlinie / GPO. Da es für jeden Benutzer am Computer deaktiviert werden soll, muss eine Computer-Richtlinie verwendet werden, da es den “gesamten” Computer betrifft. Hierzu legen wir eine neue Richtlinie an und navigieren zu folgendem Pfad:

Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Suche

Cortana deaktivieren Gruppenrichtlinie GPO

Hier aktivieren, beziehungsweise deaktivieren wir folgende Richtlinien:

  • Cortana zulassen auf deaktiviert
  • Nicht im Web suchen und keine Webergebnisse in der Suche anzeigen auf aktiviert
  • Websuche nicht zulassen ebenfalls aktiviert

Die GPO muss natürlich der Computer-OU zugewiesen werden. Nach einem Neustart des Computers sollte nun Cortana blockiert sein und sich nicht mehr verwenden lassen.

 

Windows Registry

Die Gruppenrichtlinien sind meist nur eine schöne Ansicht von Registry-Werten. Deshalb können die Einstellungen zum Blockieren des Cortana-Assistenten auch direkt in der Windows-Registry gemacht werden. Da es wie oben beschrieben den kompletten Computer betrifft, egal welcher Benutzer angemeldet ist, so müssten die Einstellungen unter “Local_Machine” gesetzt werden. Hierzu gehen wir in der Registry wie folgt vor:

  1. Windows Registry als Administrator starten
  2. In folgendes Verzeichnis wechseln:
    HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\PolicyManager\current\device\Experience
  3. Hier muss der DWORD-Wert (32-bit) AllowCortana auf “0” gesetzt werden
  4. Ist der Eintrag nicht vorhanden, so muss er angelegt werden.

Möchten System-Administratoren alle Einstellungen anpassen, welche per GPO verfügbar sind, müssen folgende Schritte gegangen werden:

  1. Windows Registry als Administrator öffnen
  2. Zu folgendem Pfad navigieren:
    HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Windows Search

Hier müssen folgende DWORD-Werte (32-bit) gesetzt werden. Wenn diese nicht vorhanden sind – bitte anlegen:

  • AllowCortana = dword:00000000
  • DisableWebSearch = dword:00000001
  • AllowSearchToUseLocation = dword:00000000
  • ConnectedSearchUseWeb = dword:00000000

Nachdem diese Registry-Werte gesetzt wurden, muss der Computer neu gestartet werden um die Einstellungen zu übernehmen.

 

Im Microsoft Edge kann Cortana auch verwendet werden, hierzu gibt es aber auch spezielle Richtlinien:

Microsoft Edge Gruppenrichtlinien / GPO

Johannes Huber
 

In seiner Freizeit macht Johannes nichts lieber, als für ITnator Beiträge zu schreiben. Input bekommt er hierfür von Problemen in der IT Administration von Servern, Clients und vielen weiteren IT Komponenten.

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